Was nach dem Schließen der Decke nicht mehr prüfbar ist
Eine abgehängte Decke ist an einem Tag geschlossen. Was dahinter zurückbleibt, arbeitet zwanzig Jahre lang — und zwanzig Jahre lang sieht es niemand.
Warum ist der Moment des Verschließens der Anlage ein Punkt ohne Wiederkehr?
Nach dem Schließen der Decke ist die Überprüfung der Rohrleitung keine Frage der Sichtprüfung mehr, sondern eine Frage der Demontage. Kupferne Medizingas-Rohrleitungen wirken bei der Abnahme unscheinbar: ein paar Meter Rohr, ein paar Lötstellen, ein paar Halterungen. Genau diese scheinbare Routine ist der Einsatz, denn ein hinter einer Platte verborgener Fehler zeigt sich erst als Druckabfall im Operationssaal.
Was lässt sich ausschließlich vor dem Verdecken prüfen?
Vor dem Verschließen wird alles geprüft, was die physische Ausführung der Anlage betrifft; danach bleiben nur noch Dokumente und Messungen an den Entnahmestellen. Prüfung vor dem Verdecken ist der letzte Zeitpunkt, zu dem die Anlage noch für sich selbst Beweis ist.
- Qualifikation der Personen und Verfahren, die Lötverbindungen ausführen,
- Trassenführung der Rohrleitungen, Abstände zu anderen Anlagen, Durchführungen durch Bauteile,
- Abstand und Art der Halterungen sowie die freie Wärmedehnung,
- innere Sauberkeit der Rohre und Verschluss der Enden während der Montage,
- Prüfungen, die am noch offen liegenden Abschnitt durchgeführt werden müssen.
Die Liste ist nicht vollständig — den gesamten Umfang dessen, was vor dem Verschließen zu bestätigen ist, führt das GMWP auf.
Hartlöten: Qualifikationen sind Teil des Produkts, keine Formalität
Hartlöten Qualifikationen als Bestandteil des Nachweises der Korrektheit behandelt und nicht als Papier für den Ordner. Die Korrektheit des Fügens unter Schutzgas wird über ein qualifiziertes Verfahren und einen berechtigten Ausführenden beurteilt, nicht über das äußere Erscheinungsbild der Naht. Wenn das Protokoll nicht während der Montage entstanden ist, entsteht es nach dem Verschließen nie mehr, weil es nichts mehr zu beurteilen gibt. Die Einzelanforderungen und den Umfang der Dokumentation ordnet der Leitfaden „Medizinische Gase in der Praxis. Heft 1" (GMWP) erarbeitet von INMED S.A.
Kennzeichnung und Abnahmeprüfungen müssen der Deckenplatte vorausgehen
Die Kennzeichnung der Rohrleitungen und die Abnahmeprüfungen der Anlage haben eines gemeinsam: Sie betreffen Abschnitte, zu denen es später keinen Zugang mehr gibt. Ein Etikett am freiliegenden Rohr erlaubt es, das Gas noch nach Jahren zu identifizieren, ohne die Decke zu öffnen. Eine Dichtheitsprüfung am offenen Abschnitt zeigt die Leckstelle an; dieselbe Prüfung nach dem Verschließen sagt nur aus, dass irgendwo ein Problem besteht.
GMWP beschreibt, welche Prüfungen und Abnahmen in dieser Reihenfolge durchzuführen sind und was in die Bestandsdokumentation gehört.
Häufig gestellte Fragen
Kann die Prüfung vor dem Verschließen später nachgeholt werden?
Nein. Sie kann nur wiederholt werden, indem die Anlage freigelegt wird, was Kosten und Stillstand der Station bedeutet. Das Verdecken hebt die Pflicht nicht auf, es verteuert sie nur.
Wer sollte an einer solchen Prüfung teilnehmen?
Der Anlagenerrichter, der Bauaufsichtsinspektor und ein Vertreter des künftigen technischen Nutzers des Krankenhauses. Die dritte Partei ist hier wesentlich, denn sie wird diese Anlage instand halten.
Warum eine Rohrleitung kennzeichnen, die ohnehin verdeckt wird?
Denn verdeckt heißt nicht für immer unzugänglich. Bei jedem späteren Eingriff entscheidet die Kennzeichnung darüber, ob das Team weiß, welches Rohr es in der Hand hält.
Die vollständigen Anforderungen, die Reihenfolge der Abnahmen und den Dokumentationsumfang beschreibt Zeszyt 1. Wenn Sie die Montage oder Abnahme einer Medizingasanlage planen, GMWP-Leitfaden bestellen und halten Sie die Liste bereit, bevor das Team beginnt, die Platten anzubringen.