Planung von medizinischen Gasanlagen
Eine Medizingasanlage ist ein Medizinprodukt der Klasse IIb, deshalb endet die Planung nicht bei den Zeichnungen. Wir modellieren in BIM nach PN-EN ISO 7396-1 und 7396-2, und das Ergebnis ist ein vollständiger Dokumentationssatz: die technische Dokumentation des Produkts und die Betriebsdokumentation für das Krankenhaus.
Planung eines Produkts, nicht nur Planung einer Rohrleitung
Ein Rohrleitungssystem für medizinische Gase unterliegt der Verordnung MDR 2017/745 und wird als Produkt der Klasse IIb eingestuft. Die Folge ist sehr praktisch: Neben der Installationsdokumentation muss eine technische Dokumentation des Produkts entstehen, denn ohne sie lässt sich weder die Konformitätsbewertung durchführen noch die Anlage mit dem CE-Zeichen kennzeichnen.
Deshalb führen wir die Planung parallel auf zwei Ebenen. Die erste ist die Anlagenebene: Trassen, Nennweiten, Entnahmestellen und Versorgungseinheiten, gestützt auf hydraulische Berechnungen mit Gleichzeitigkeitsfaktoren. Die zweite ist die Produktebene — die technische Dokumentation, die für die Klasse IIb gefordert ist und in der die Verordnung auch die Dokumentation des Risikomanagements verlangt.
Gesondert erstellen wir die Betriebsmanagement-Dokumentation. Am günstigsten entsteht sie zusammen mit der Planung, solange alle Daten zur Anlage noch verfügbar sind. Bei einer bereits bestehenden Anlage ohne erhaltene Dokumentation ist die Bestandsaufnahme der Ausgangspunkt — ihr Ergebnis wird zur Grundlage der Betriebsmanagement-Dokumentation.
Wann eine Anlage ein CE-Zeichen trägt und wann sie nur eine Zusammenstellung von Produkten ist, erläutern wir im Artikel: ob eine Medizingasanlage ein CE-Zeichen hat. Was zur Betriebsdokumentation gehört: Betriebsmanagement-Dokumentation. Für Anlagen ohne Dokumentation: Bestandsaufnahme und Audit.
Was der Bauherr erhält
Eine Kollision lässt sich im Modell günstiger finden als über der Decke
Wir planen in BIM-Technologie in der Umgebung Autodesk Revit. Der Raum über der abgehängten Decke in einem Eingriffsbereich gehört zu den am dichtesten belegten im gesamten Krankenhaus: Lüftung, Kühlung, Kabeltrassen, Sprinkler und Medizingasleitungen konkurrieren um dieselben Zentimeter.
Im räumlichen Modell ist eine Kollision sichtbar, bevor jemand Rohre bestellt — korrigiert wird dann die Zeichnung. Dieselbe Kollision, auf der Baustelle entdeckt, bedeutet eine Trassenänderung, erneute Dichtheitsprüfungen und eine Verschiebung des Termins für den Deckenschluss.
Das Modell liefert zudem etwas, was eine flache Zeichnung nicht leisten kann: Längen und Nennweiten des Rohrleitungssystems ergeben sich aus der Geometrie der tatsächlichen Trasse. Darauf stützen sich die hydraulischen Berechnungen mit Gleichzeitigkeitsfaktoren, die in die Planungsdokumentation eingehen.
Warum die Abnahmen der Anlage dem Deckenschluss vorausgehen müssen: Abnahmen vor dem Deckenschluss.
Normative Grundlage
Vier Entscheidungen, die in der Planung fallen
Keine von ihnen lässt sich später ohne Eingriff in die fertige Anlage ändern
Bedarf und Nennweiten
Der Volumenstrom wird für die Gleichzeitigkeit berechnet und nicht für die Summe der Entnahmestellen. Eine zu eng bemessene Rohrleitung zeigt sich erst dann, wenn die Station in voller Besetzung arbeitet — also im denkbar schlechtesten Moment.
Versorgungsanlagen und Reserve
Die Auswahl der Versorgungsanlagen und Trassen gehört zur Vorplanung. Mit ihr wird entschieden, wie viele Versorgungsanlagen in Betrieb sind, wie viele in Reserve stehen und wie lange das Krankenhaus die Versorgung nach dem Abtrennen eines Stranges aufrechterhält.
Zonierung und Absperrungen
Die Einteilung in Zonen entscheidet darüber, wie groß der Bereich des Krankenhauses ist, der für eine Reparatur oder eine Erweiterung abgeschaltet werden muss. Falsch platzierte Absperrventile können einen späteren Umbau vollständig blockieren.
Signalisierung und Alarme
Die Norm legt fest, was und wo signalisiert werden muss. Die Planung entscheidet, wer den Alarm um drei Uhr nachts tatsächlich sieht — und das ist bereits eine Frage der Organisation und nicht nur der Verkabelung.
Fünfzehn Jahre Dokumentation für Krankenhäuser
Seit mehr als fünfzehn Jahren erstellen wir Dokumentationen und überwachen Medizingasanlagen und wirken dabei an den größten Krankenhausinvestitionen in Polen mit. Die Planungserfahrung bestätigt auch die Mitarbeit in der Normung: Wir sind in den Komitet Techniczny PKN nr 284 für mechanische medizinische Geräte, Werkzeuge und Ausrüstungen berufen.
Unsere Fachleute lehren an technischen und medizinischen Hochschulen, wirken an Fachpublikationen mit und treten als gerichtliche Sachverständige und als Experten für die Sicherheit von Objekten der kritischen Infrastruktur auf. Dasselbe Wissen, das in Gutachten und Vorlesungen einfließt, fließt auch in die Planungen ein.
Die vollständige Liste der ausgeführten Investitionen zeigen wir auf der Karte: Referenzen von Medpipe.
Ausgewählte Projekte
Was nach der Planung geschieht
Planung, Ausführung und Instandhaltung übernehmen wir aus einer Hand oder getrennt — je nach Form der Investition
Häufige Fragen zur Planung
Wie verläuft der Planungsprozess für Anlagen für medizinische Gase?
Der Prozess umfasst: (1) Analyse der Anforderungen des Objekts — Art der Einrichtung, Anzahl und Typen der Entnahmestellen, Zonenanforderungen; (2) Konzeptentwurf mit Auswahl der Quellen und Trassen; (3) Ausführungsentwurf in BIM-Technologie (Autodesk Revit) gemäß PN-EN ISO 7396-1; (4) Erstellung der Dokumentation des Betriebsmanagements (DZE); (5) technische Abnahmen und Validierung nach der Montage.
Welche Unterlagen enthält ein Planungsprojekt für Anlagen für medizinische Gase?
Die vollständige Projektdokumentation umfasst: einen Konzept- und Ausführungsentwurf gemäß PN-EN ISO 7396-1, hydraulische Berechnungen (einschließlich Gleichzeitigkeitsfaktoren), Funktionsschemata und BIM/Revit-Zeichnungen, Spezifikationen der Materialien und Geräte, Dokumentation des Betriebsmanagements (DZE) sowie — für Medizinprodukte der Klasse IIb gemäß MDR 2017/745 — die erforderliche technische Dokumentation.
Unterliegt die Planung einer medizinischen Gasinstallation der Verordnung MDR 2017/745?
Ja. Rohrleitungssysteme für medizinische Gase werden gemäß der Verordnung MDR 2017/745 als Medizinprodukte der Klasse IIb klassifiziert. Planung und Ausführung der Installation müssen die grundlegenden Anforderungen eines Medizinprodukts erfüllen. Medpipe berücksichtigt diese Anforderungen in jeder Phase der Umsetzung und gibt technische Gutachten zur Konformität ab.
Wie lange dauert ein Projekt für eine medizinische Gasinstallation?
Die Ausführungszeit hängt vom Umfang des Objekts ab. Ein Projekt für eine kleine Einrichtung dauert in der Regel 2–4 Wochen; eine vollständige Planung eines Krankenhaussystems für medizinische Gase — 6–12 Wochen. Den genauen Zeitplan legen wir individuell nach Analyse der Anforderungen des Vorhabens fest.
Wozu in BIM planen, wenn Grundriss und Schema genügen?
Weil sich die Medizingasanlage den Raum über der Decke mit Lüftung, Kühlung, Kabeltrassen und Sprinklern teilt. Das räumliche Modell in Autodesk Revit zeigt Kollisionen bereits in der Planungsphase — dann wird die Zeichnung korrigiert und nicht die fertige Decke aufgestemmt. Aus der Geometrie des Modells ergeben sich auch Längen und Nennweiten des Rohrleitungssystems, sodass die hydraulischen Berechnungen auf der tatsächlichen Trasse beruhen.
Umfasst die Planung die Auswahl der Versorgungsanlagen?
Ja — die Auswahl der Versorgungsanlagen und Trassen gehört zur Vorplanung. Damit verbunden ist die Entscheidung, wie die Reserveversorgung organisiert ist, denn davon hängt ab, ob das Krankenhaus die Sauerstoffversorgung bei einer Störung oder beim Abtrennen eines der Stränge aufrechterhält.
Wie Anforderungen im Leistungsverzeichnis zu formulieren sind, damit die Angebote vergleichbar bleiben: Ausschreibungsanforderungen für medizinische Gase.
Beschreiben Sie Ihr Vorhaben, wir erstellen den Leistungsumfang
Für ein Gespräch genügen die Projektphase, die Anzahl der Stationen und die Angabe, ob die Anlage neu errichtet oder im laufenden Krankenhausbetrieb erweitert wird. Wir planen in ganz Polen.